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Mittwoch, den 04. Januar 2017

Mit ETCs (Exchange Traded Commodities) in Rohstoffe investieren



Der Handel mit Rohstoffen erlebte zuletzt einen regelrechten Boom. Wenn die Medien fast täglich über ein weiteres Ansteigen des Goldpreises berichten, wünschen sich auch viele private Anleger an der Entwicklung der Rohstoffpreise teilhaben zu können. Jedoch erscheint vielen dieser Anleger der Rohstoffhandel an den Terminbörsen entweder zu riskant oder zu aufwendig.

Eine interessante Alternative, um trotzdem in Rohstoffe zu investieren, stellen deshalb die Exchange Traded Commodities (ETCs) dar. Hierbei handelt es sich um offen strukturierte Wertpapiere, deren Wertentwicklung direkt an die Entwicklung eines Rohstoffpreises gekoppelt ist. Zumeist geschieht dies in der Form, dass aus Futures ein Rohstoffindex nachgebildet wird.

Einzelne Rohstoffe oder ganze Rohstoffkörbe

Durch den Handel mit ETCs bekommt der Anleger Zugriff auf eine breite Palette von Rohstoffen, ohne dass dabei Terminkontrakte abgeschlossen werden müssen oder Rohstoffe in physischer Form gehandelt werden. Der Anleger kann sich mit ETCs entweder auf einen einzelnen Rohstoff wie etwa Gold , Silber oder Rohöl konzentrieren oder aber in eine ganze Rohstoffklasse investieren. Die wichtigsten Rohstoffklassen sind dabei:

  • Agrarrohstoffe
  • Energie
  • Industriemetalle
  • Edelmetalle
  • Viehwirtschaft
ETCs gewinnen zunehmend an Bedeutung

Bei den ETCs handelt es sich um ein noch relativ junges Anlageprodukt. Erst im Jahr 2003 hat das Unternehmen ETF Securities, das bis heute immer noch der weltweit führende Anbieter von ETCs ist, mit Gold Bullion Securities den ersten ETC mit Gold als zugrundeliegendem Rohstoff auf den Markt gebracht. Im Jahr 2005 folgte dann mit dem ebenfalls von ETF Securities herausgebrachten OILB ein ETC, mit dem man erstmals auch in Rohöl investieren konnte.

Mittlerweile gehört der Markt für ETCs zu einem der am schnellsten wachsenden Segmente unter den börsengehandelten Anlageprodukten. Nach einem aktuellen Bericht von Deutsche Bank Research ist das in diesem Bereich verwaltete Volumen im Jahr 2009 europaweit um 145 % angewachsen.


Der Handel mit ETCs


ETCs können genauso wie Aktien ohne Einschränkungen an der Börse gehandelt werden. Weiterhin verfügen sie über eine unbegrenzte Laufzeit, wodurch das Wiederanlagerisiko für den Anleger entfällt. Da es sich bei ETCs um passiv gemanagte Investments handelt, fallen auch die Managementgebühren entsprechend gering aus. So liegen die Managementgebühren beim weltweit führenden Anbieter ETF Securities jeweils zwischen 0,39 % p.a. und 0,98 % p.a. Ferner muss der Anleger beim Kauf von ETCs auch keinen Ausgabeaufschlag, wie man ihn beispielsweise von Fondsanteilen kennt, zahlen. Zusammengefasst bietet der Handel mit ETCs folgende Vorteile für den Anleger:

  • An der Börse handelbar
  • Unbefristete Laufzeit
  • Niedrige Managementgebühren
  • Kein Ausgabeaufschlag

Auf steigende oder fallende Rohstoffpreise setzen

Mit ETCs hat der Anleger auf der einen Seite die Möglichkeit, an steigenden Rohstoffpreisen zu verdienen. Dazu muss er die sogenannten long ETCs erwerben. Deren Wertentwicklung verläuft parallel zu der Entwicklung des Rohstoffpreises. Wenn also der Rohstoffpreis steigen sollte, kann der Anleger entsprechende Gewinne erwirtschaften. Demgegenüber erwarten ihn Verluste, wenn der Preis des Rohstoffes nach unten geht.

Auf der anderen Seite findet man auf dem Markt inzwischen aber auch ETCs, mit denen der Anleger auf sinkende Rohstoffpreise setzen kann. Wenn der Anleger der Meinung ist, dass sich der Preis eines Rohstoffes in Zukunft nach unten bewegen wird, ist es sinnvoll die sogenannten short ETCs ins Portfolio aufzunehmen. Bei ihnen verläuft die Wertentwicklung genau umgekehrt zu der Preisentwicklung des zugrunde liegenden Rohstoffs. Der Anleger erzielt also einen Gewinn, wenn der Preis des jeweiligen Rohstoffes fällt, und streicht auf der anderen Seite Verluste ein, wenn der Rohstoffpreis steigt.

ETCs mit Hebelwirkung

Mittlerwiese gibt es auf dem Markt auch sogenannte leveraged ETCs, die einen Hebel beinhalten. Dieser sorgt dafür, dass der Anleger mit diesen ETCs überproportional von einer positiven Entwicklung des Rohstoffpreises profitieren kann. Auf der Gegenseite muss der Anleger aufgrund der Hebelwirkung bei einer Rohstoffpreisentwicklung entgegen seinen Erwartungen auch mit einem stärkeren Wertverlust rechnen.

Dementsprechend eignen sich die gehebelten Produkte vor allem für risikofreudige Anleger. Allerdings gilt bei den gehebelten Produkten genauso wie auch bei allen anderen ETCs, dass der maximale Verlust immer auf das für den Kauf eingesetzte Kapital beschränkt ist, eine Nachschusspflicht wie beispielsweise bei klassischen Terminkontrakten besteht bei den ETCs grundsätzlich nicht.

Der Unterschied zwischen ETCs und ETFs

Auf den ersten Blick sind die ETCs sehr ähnlich gestaltet wie die börsengehandelten Indexfonds ( ETFs ), nur mit dem Unterschied, dass sich die ETCs stets auf den Handel mit Rohstoffen beziehen. Schließlich handelt es sich bei beiden Anlageprodukten um passive Indexprodukte mit unbegrenzter Laufzeit. Vom rechtlichen Standpunkt aus gibt es jedoch einen gravierenden Unterschied zwischen beiden Anlagenformen. Im Gegensatz zu den ETFs, bei denen es sich um im Insolvenzfall geschütztes Sondervermögen handelt, sind die ETCs nämlich rechtlich gesehen Schuldverschreibungen. Das bedeutet, der Anleger hat lediglich einen schuldrechtlichen Anspruch auf Erfüllung der vertraglich vereinbarten Verpflichtungen gegenüber dem Emittenten der ETCs. Diesbezüglich kann man sie also mit Zertifikaten vergleichen.

ETCs beinhalten ein Emittentenrisiko

Der große Nachteil an Schuldverschreibungen als Anlageprodukt besteht darin, dass sie stets ein Emittenten- bzw. Bonitätsrisiko beinhalten. Das bedeutet, dass der Anleger im Falle einer Insolvenz des Emittenten damit rechnen muss, einen Großteil seines eingesetzten Kapitals zu verlieren. Er hat als Fremdkaptalgeber lediglich einen anteiligen Anspruch auf die Vermögenswerte der Insolvenzmasse. Demgegenüber ist Sondervermögen im Falle einer Insolvenz vor einem Zugriff der Gläubiger geschützt, so dass der Anleger keinen Verlust seiner Geldanlage im Insolventfall befürchten muss.

Absicherung durch physisch hinterlegte Rohstoffe

Um dem Emittentenrisiko, das allen Schuldverschreibungen innewohnt, entgegenzuwirken, hinterlegen die Emittenten bei vielen ETCs den Gegenwert des eingesetzten Kapitals durch Gold oder andere Rohstoffe in physischer Form. Daneben existieren auch noch ETCs, die zwar auf die Hinterlegung der Rohstoffe in physischer Form verzichten, aber stattdessen eine Besicherung mit Hilfe anderer Kreditsicherheiten vorweisen können. Für den Anleger ist es daher wichtig, vor dem Kauf von ETCs Informationen einzuholen, ob und welcher Höhe eine Absicherung gegen das Emittentenrisiko gewährleistet ist.


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