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Donnerstag, den 19. Oktober 2017

Zinsen 2013

11.02.2013 Welche Strategien sind für Festgeld und Tagesgeld jetzt interessant?
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Zinsen 2013Wer sein Geld auf Anlagekonten wie Fest- oder Tagesgeld platziert hat, dürfte sich über das Jahr 2012 wenig gefreut haben. Waren die Zinsen im Durchschnitt bereits zu Beginn des Jahres wenig erbaulich, so fielen sie in den folgenden Monaten noch weiter. Dies hat zur Folge, dass man beispielsweise beim Tagesgeld im Durchschnitt längst bei einem Niveau angekommen ist, bei dem der Anleger nach Abzug der Inflationsrate einen Verlust erleidet. Wie sehen aber nun die Aussichten für 2013 aus?
 
Warum sind die Zinsen so niedrig?
 
Die Zinsen, die man beim Tages- oder Festgeld erhält, sind bekanntermaßen abhängig von der Leitzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Wenn hier der Leitzins wie seit Beginn der Finanzkrise und der später folgenden Euro-Krise niedrig gehalten wird, dann springen auch für Sparer nur geringe Zinsen heraus. Der aktuell bei 0,75 Prozent liegende Leitzins wurde beim letzten Treffen des Rates der EZB im Januar nicht verändert. Damit verbleibt er seit der Senkung im Juli letzten Jahres auf einem historisch niedrigen Stand.
 
Durch den geringen Zinssatz soll die durch die Krise in Europa teilweise schwer gebeutelte Wirtschaft mit günstigem Geld versorgt werden. Ein Ansatz, der für die Krisenländer durchaus Sinn macht. Für Deutschland ist der Zinssatz dagegen jedoch eigentlich zu niedrig. Schon heute mehren sich die Stimmen, die für Deutschland, das momentan noch eine vergleichsweise moderate Rate bei der Geldentwertung von rund zwei Prozent aufweist, eine steigende Inflationsgefahr sehen. Hervorgerufen eben beispielsweise durch die expansive Geldpolitik der EZB.
 
Euro-Krise entscheidet auch über die Sparzinsen
 
Nur wenn sich die wirtschaftliche Lage in Ländern wie Spanien, Italien oder Griechenland wieder aufhellt, wird sich die EZB zu einer Anhebung des Leitzinses entschließen. Doch die Anzeichen hierfür sind momentan gering. Vielmehr wird in Folge der Krise in Griechenland mit Zypern aktuell das nächste Land unter den europäischen Rettungsschirm schlüpfen. Schaut man als Anleger aber beispielsweise in die USA, kann man erkennen, dass es auch noch schlimmer geht. Dort liegt der Leitzins der US-Notenbank Fed sogar bei 0 bis 0,25 Prozent...
 
Allerdings ist ein weiterhin fallendes Zinsszenario in Europa momentan glücklicherweise unwahrscheinlich. Immerhin hat sich beispielsweise die Lage in Italien verbessert, was dazu geführt hat, dass sich das Land wieder zu besseren Konditionen am Kapitalmarkt mit Kreditmitteln versorgen kann. Zudem hat vor allem die Zusage der EZB, im Notfall Staatsanleihen von Krisenländern der Eurozone unbegrenzt aufzukaufen, die Euro-Krise deutlich beruhigt. Eine weitere Zinssenkung durch die EZB sollte somit zumindest in den nächsten Monaten nicht erfolgen.

 
Für eine leicht positive Vorausschau auf den Kapitalmarkt kann ferner die jüngste Entwicklung bei den Bundesanleihen herangezogen werden, hier musste der Bund bei der letzten Emission in der vergangenen Woche im Durchschnitt wieder etwas mehr Rendite bieten, damit die Anleger zugriffen. Eine Überzeichnung der Papiere um den Faktor 1,9 zeigte aber einmal mehr auf, wie begehrt Deutschland als vermeintlich sicherer Hafen immer noch unter den Investoren ist. Dies bedeutet, es gab somit mehr Interessenten als Papiere. Bei der Emission von Aktien kann man dies ja mitunter auch beobachten, ein berühmtes Beispiel war die Telekom-Aktie, die damals um das Fünffache beim Börsengang überzeichnet war.
 
Kombination von Tages- und Festgeld
 
Um sich in diesem schwierigen Zinsumfeld als Anleger zu behaupten, sollte man die Spareinlagen am besten kombinieren. Wer auf einen bestimmten Betrag seines Geldes längerfristig verzichten kann, ist mit einer Anlage auf einem Festgeldkonto am besten beraten. Wer hier einen Anlagehorizont von wenigsten drei Jahren wählt, kann auf dem Markt durchaus Angebote finden, die mit bis zu vier Prozent auftrumpfen können. So ist dieses Geld vor einer zu starken Entwertung durch die Inflation geschützt.
 
Gleichzeitig bietet es sich aber an, dass man eben auch ein Teil des Geldes auf einem Tagesgeldkonto anlegt. Denn wer jetzt überwiegend auf ein Festgeldkonto setzt, kann sich unter Umständen verspekulieren, wenn die wirtschaftliche Lage wieder besser wird. Dann wäre man von den steigenden Zinsen auf dem Kapitalmarkt ausgeschlossen und müsste erst den Ablauf der Anlage auf dem Festgeldkonto abwarten.
 
 
Vergleich lohnt sich nicht nur bei den Zinsen
 
Damit man keine Rendite verschenkt, sollte man bei einem Vergleich der Angebote das Augenmerk nicht nur auf die Zinsen des jeweiligen Anbieters legen. Durch den harten Kampf um jeden Sparer, lassen sich bei vielen Banken längst auch verschiedene Formen von zusätzlichen Ertragschancen ausmachen. Zu den wichtigsten Aspekten, die man in diesem Zusammenhang beachten sollte, gehören die Höhe des Neukundenbonus in Form eines Startguthabens und ob eine Garantie für den aktuellen Zinssatz gegeben wird. Dabei kann man vor allem zwei Arten unterscheiden. So gibt es die Zinsgarantie für einen bestimmten Zeitraum nach der Eröffnung des Tagesgeldkontos oder die Garantie wird für einen vorgegebenen Aktionszeitraum gewährt.
 
Fazit
 
Keine Frage, die Anlage in Tages- und Festgeld hat vor einigen Jahren noch deutlich mehr Spaß bereitet. Doch durch die Niedrigzinspolitik der EZB leiden auch die Zinsen für die Kapitalanlagen. Nur wenn sich die wirtschaftlich Lage in Europa verbessert, kann man als Anleger zukünftig wieder mit höheren Zinsen rechnen. Bis dahin sollte man das eigene Geld auf beide Kontoarten verteilen. So lassen sich durch das Festgeldkonto höhere Zinsen als beim Tagesgeld erzielen und durch die Anlage auf dem Tagesgeldkonto erhält man parallel die Chance, positive Veränderungen in der Zinslandschaft nicht zu verpassen. Wer sich nur langfristig bindet, könnte ansonsten bei wieder steigenden Zinsen diesen Schritt am Ende bereuen.

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