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Donnerstag, den 19. Oktober 2017

Gold – Wie sind die Aussichten 2013?

16.04.2013
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Das Edelmetall hat in den letzten Monaten einige Kratzer abbekommen. Kannte die Kurve noch speziell im Zeitraum 2009 bis 2011 nur den steilen Verlauf nach oben, so hat sich der Goldpreis in 2012 kaum noch verändert. Schlimmer noch, in den letzten 12 Monaten lässt sich sogar ein Minus von rund 5 Prozent verzeichnen. Hat das Gold als Anlage somit ausgedient oder handelt es sich eher um eine zeitlich begrenzte Verschnaufpause?

Goldpreis unter Druck

Nicht weniger als 12 Jahre in Folge war der Goldpreis konstant gestiegen. Doch wie zu Beginn erwähnt, ist diese Entwicklung nun schon seit gut einem Jahr gestoppt. Fern scheinen die Zeiten, in denen der Goldpreis noch an der 2000 US-Dollar-Marke kratzte, so geschehen im September 2011 mit dem bisherigen Höchststand von 1921 US-Dollar für die Feinunze (rund 31 Gramm). Stattdessen sank der Goldpreis vor wenigen Tagen auf den tiefsten Stand seit Juli 2011 und notierte nur noch bei 1480 US-Dollar. Die Gründe für den Niedergang beim Goldpreis sind vielfältig. So konnte man in der jüngeren Vergangenheit einen allgemeinen Rückgang bei den Rohstoffpreisen sehen. Zudem scheint es so, dass ein wichtiger Preistreiber beim Gold schon bald nicht mehr vorhanden sein wird.

Goldpreisentwicklung
Die Rede ist von der expansiven Geldpolitik durch die US-Notenbank FED. Diese begünstigte den Goldpreis, da viele Anleger aus Furcht vor einer Geldentwertung Zuflucht beim Edelmetall suchten. Doch nachdem aus einem Sitzungsprotokoll vom Dezember 2012 Informationen veröffentlicht wurden, nach denen die Zeit für Staatsanleihenkäufe durch die FED in 2013 eventuell ablaufen könnte, kam der Goldpreis immer stärker ins Rutschen. Zudem konnte auch die Lockerung der Geldpolitik in Japan an der Abwärtsbewegung des Goldpreises vorerst nichts ändern. Eine Tatsache, die bemerkenswert ist, immerhin will die japanische Regierung die Geldmenge bis zum Jahr 2014 verdoppeln und plant beispielsweise einen Betrag von 1,4 Billionen US-Dollar in die Wirtschaft zu investieren.

Verkauf von Gold-Anlagen

Ebenfalls negativ für die Entwicklung des Goldpreises ist, dass viele Anleger bereits aus dem Gold ausgestiegen sind, wodurch die Anlagen beispielsweise in Gold-ETFs zurückgingen. Berühmtes Beispiel für diesen Trend war unter anderem auch der Milliardär und Großinvestor George Soros, der laut der US-amerikanischen Börsenaufsicht allein im letzten Quartal 2012 mehr als die Hälfte seiner Anteile am SPDR Gold Trust veräußerte. Hierbei handelt es sich um den weltweit größten Goldfonds. Allein diese Nachricht führte dazu, dass der Goldpreis an einem Tag um 30 US-Dollar nachgab.

Bei der Motivation zum Rückzug vieler Anleger aus dem Gold spielt vor allem der Konjunkturaufschwung in den USA eine entscheidende Rolle. Denn dadurch sehen viele Anleger das Gold als weniger attraktiv für die Kapitalanlage an, da auch die Börsenkurse vielerorts wieder angezogen haben. Die Angst vor einer Inflation nimmt also vielerorts ab und Aktien gewinnen als Alternative zum Gold an Beliebtheit. Auch Gewinnmitnahmen durch den jahrelangen Anstieg haben sicherlich zum stärkeren Verkauf von Goldanlagen beigetragen. Aktuell kommt noch hinzu, dass infolge der Zypern-Krise spekuliert wird, dass Zypern auch seine Goldreserven verkaufen muss, um den Eigenanteil am Rettungspaket zu stemmen. Viele Anleger befürchten nun, dass diese Vorgehensweise auch bei anderen europäischen Staaten mit Haushaltsproblemen wie Portugal in Zukunft möglich ist. Durch die Goldverkäufe würde der Goldpreis weiter unter Druck geraten.

Fördergesellschaften haben immer höhere Kosten

Wer nicht direkt in Gold investiert, sondern in Fördergesellschaften, die das Edelmetall gewinnen, muss zunehmend ein weiteres Problem beachten. Die Kosten für die Goldförderung sind in den letzten Jahren immer stärker angestiegen. Da die Vorkommen an Gold nur begrenzt zur Verfügung stehen und der Aufwand zur Förderung oft zugenommen hat, ist ein anwachsender Kostendruck entstanden. In Kombination mit dem aktuell fallenden Goldpreis gestaltet sich das Geschäftsmodell bei vielen Minengesellschaften zunehmend schwieriger, weil die beschriebenen Faktoren zu Einbußen bei den Gewinnen führen. Aus diesem Grund konnte man im vergangenen Jahr auch vielerorts bei den Aktien oder Aktienfonds, die im Bereich Goldförderung investieren, einen Kursverlust beobachten.

Was spricht aktuell noch für einen steigenden Goldpreis?

Wie gesehen, gibt es viele Gründe, warum der Goldpreis in der jüngeren Vergangenheit einen negativen Verlauf aufzeigte. Allerdings konnte man rund um die Zuspitzung der Zypern-Krise beobachten, dass der Goldpreis in diesen Tagen wieder zulegte. Die wirtschaftliche Krise ist im europäischen Raum wie am Beispiel Zypern abzulesen noch lange nicht ausgestanden und ihr weiterer Verlauf wird ohne Frage auch den Goldpreis mitbestimmen. Doch ob eine eventuell erneut aufflammende Euro-Krise allein den Goldpreis wieder nach oben treiben könnte, ist mehr als ungewiss. Denn kaum war das Hilfspaket für Zypern von dem Land im zweiten Anlauf angenommen und die Wiedereröffnung der Bankschalter ohne größere Vorkommnisse erfolgt, fiel der Goldpreis wieder und zwar auf einen noch tieferen Stand, verglichen mit den Kursen vor der Zypern-Krise. 

Ein Risiko anderer Art für die Weltwirtschaft stellt aber auch die USA dar. Denn trotz aller positiv gestimmten Wirtschaftsdaten ist durch den Haushaltsstreit von Demokraten und Republikanern seit einigen Wochen ein flächendeckender Spar-Automatismus in Kraft getreten. Diese Kürzungen, die allein für 2013 einen Betrag von 83 Milliarden US-Dollar vorsehen, können die aktuell wieder wachsende US-Wirtschaft bedrohen. Auch die zuletzt gesunkenen Arbeitslosenzahlen könnten sich durch die Budgetkürzungen schon bald wieder ins Gegenteil umkehren.

Fazit

Wie im letzten Abschnitt beschrieben, gibt es durchaus noch immer mögliche Zukunftsszenarien, die den Goldpreis wieder stützen würden. Doch die Aussichten für den Goldpreis sind momentan überwiegend pessimistisch. Sehr wahrscheinlich sind die Jahre, in denen das Gold kontinuierlich zulegte, auf absehbare Zeit vorbei. Ob der Rückgang beim Preis sogar weiter voranschreitet, ist beispielsweise von der Entwicklung in der Euro-Zone abhängig. Sollte sich die Krise wieder verstärken, kann man erwarten, dass das Gold zumindest nicht noch günstiger wird beziehungsweise erscheint eine leicht positive Seitwärtsbewegung realistisch. Grundsätzlich wird das Edelmetall aber momentan weniger als sicherer Hafen für die Kapitalanlage angesehen. Es erscheint vielmehr so, dass die häufigen Krisen in den letzten Jahren die Anleger ein Stück weit abgehärtet und dass das Vertrauen in die Aktienmärkte wieder zugenommen hat. Wer sich trotzdem grundsätzlich über direkte oder auch indirekte Investmentoptionen beim Thema Gold informieren möchte, findet hier ausführliche Angaben.



Bild Goldbarren © silencefoto - Fotolia.com

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