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Mittwoch, den 23. August 2017

Branchenfonds

Option zur Depotbeimischung


Unter dem Begriff Branchenfonds versteht man Investmentfonds, die nur in einen einzelnen Markt investieren. Hierbei kann es sich um einen speziellen Wirtschaftszweig handeln wie beispielsweise die Chemieindustrie oder um eine Rohstoffart, wie Gold oder Weizen. Fonds, die sich auch diese Art und Weise fokussieren, können dem Anleger besonders hohe Rendite bescheren, wenn sich die betreffende Branche überdurchschnittlich im Vergleich zum gesamten Aktienmarkt entwickelt. Gleichzeitig trägt man aber ein höheres Risiko als Anleger, da die Investitionen natürlich weniger gut diversifiziert sind.
 
Verluste sind nicht ausgleichbar
 
Der benannte Nachteil der fehlenden Diversifizierung führt dazu, dass das Fondsmanagement bei sinkenden Kursen innerhalb der betreffenden Branche nicht ausreichend gegensteuern kann. Bei einem über mehrere Branchen verteilten Investmentfonds würde einfach der Anteil der schlecht laufenden Branche verringert oder der Verlust würde eventuell durch andere besser abschneidende Wirtschaftszweige ausgeglichen. Dies ist bei einem begrenzten Anlagespektrum nicht möglich und erhöht wie erwähnt das Anlagerisiko stark.
 
Zum Aufbau eines Branchenfonds lässt sich sagen, dass er zwar thematisch nur sehr eingeengt agiert, geografisch betrachtet sind aber in der Regel keine Beschränkungen feststellbar. So besitzt ein Branchenfonds, der beispielsweise nur in Pharma-Konzerne die Anlegergelder platziert, meistens Firmen aus der ganzen Welt in seinem Portfolio.

 
Börsenpsychologie: Trends verstärken sich nach oben und unten
 
Oftmals werden Branchenfonds für Wirtschaftsbereiche angeboten, die sich aktuell sehr gut entwickeln oder denen man als Zukunftsbranche besonders gute Entwicklungschancen einräumt. Problematisch hierbei ist aber, dass es mitunter ausreicht, dass einige Firmen aus der jeweiligen Branche gute Zahlen vorweisen und infolgedessen die gesamte Branche wachsende Kurse erzielt. Dies wäre für sich allein noch nicht das Problem, doch solche Trends setzen sich in umgekehrter Weise ebenfalls oft durch.
 
Erzielen also einige Firmen aus der Branche schlechte Wirtschaftsdaten, dann führt dies schnell zu einem pauschalen Urteil der Anleger über die Branche und die Kurse anderer Unternehmen, die eventuell sogar gute Fundamentaldaten aufweisen, werden ebenfalls mit sinkenden Kursen abgestraft. Diese psychologische Komponente bei Börsenentscheidungen in solchen Situationen ist zwar allseits bekannt, am beschriebenen eigentlich irrationalen Verhalten vieler Anleger hat dies aber bisher nichts geändert und wird es wahrscheinlich auch zukünftig nicht.
 
Fehlende langfristige Daten für Zukunftsbranchen
 
Ein weiteres Anlegerrisiko ist die Tatsache, dass die Datenlage gerade für so genannte Zukunftsbranchen, wie beispielsweise die Solarindustrie, noch gering ausfällt. Da es sich um vergleichsweise junge Wirtschaftsbereiche handelt, kann man hierbei nicht Kursdaten in einer längerfristigen Rückblende eruieren. Dies hat zur Folge, dass die Einschätzung der zukünftigen Entwicklung der Branche natürlich ebenfalls unsicherer wird.
 
Tipps zu Branchenfonds
 
Das Investment in einen Branchenfonds kann wie gesehen kurzfristig besonders hohe Renditen erwirtschaften, da man so ganz gezielt in eventuell wachsende Branchen investiert. Das hohe Risiko aufgrund der fehlenden Diversifizierung darf aber nicht vergessen werden. Deshalb eignen sich Branchenfonds nur als Beimischung für das persönliche Wertpapierdepot. Ratsam ist zudem, dass man sich als Anleger vor einem Investment ausgiebig über die jeweilige Branche informiert. Hierzu gehört beispielsweise - wenn möglich - ein Blick auf die langfristige Entwicklung der letzten Jahre und nicht nur ein kurzfristiger Rückblick.

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