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Donnerstag, den 19. Oktober 2017

Die Geldanlage in der Schweiz

Die Geldanlage in der Schweiz – Interessant für jede Einkommensklasse?
 
Die Schweiz gilt seit vielen Jahren für Steuerzahler aus aller Welt als Land mit paradiesischen Zuständen, dass gerne auch Anleger aus dem Ausland willkommen heißt, ohne die Investitionen dabei an die so genannte große Glocke zu hängen. Dies ist nicht erst bekannt, seit Bundesfinanzminister Peer Steinbrück die Alpenrepublik vor einigen Monaten auf die schwarze Liste der weltweiten Steueroasen setzten wollte.

Dabei stellt sich für den Durchschnittsverbraucher die Frage, ob die Geldanlage in der Schweiz tatsächlich für jeden Sparer interessante Aspekte bieten kann. zuletzt haben sich vor allem zahlreiche Anbieter für Kredite und Kreditkarten ohne Schufa-Anfrage aus der Schweiz einen Namen gemacht. Doch wie steht es um die Verbraucher, die kein Geld benötigen, sondern ihrerseits angespartes Kapital anzulegen gedenken?

 
Rechtlicher und steuerlicher Rahmen für die Geldanlage in der Schweiz
 
Wichtigste Information für deutsche Sparer mit Investitionswille ist wohl die juristische Tatsache, dass es grundsätzlich nicht zur zulässig ist, in der Schweiz Geld in welcher Form auch immer anzulegen. Die zahlreichen Abkommen zwischen den europäischen Nationen bezüglich des kontinentalen Binnenhandels haben vielmehr dazu geführt, dass Kapitalverkehr zwischen der Schweiz und Deutschland - bzw. in diesem speziellen Falle genau andersherum – in jedem Fall erwünscht ist. Dies hat jedoch natürlich keineswegs zur Folge, dass Anleger um ein steuerliches Prozedere umhin kommen.
 
Denn auch und gerade Geldanlage im Ausland unterliegen strengen Vorgaben des Fiskus. So hat der Anleger zunächst seine steuerpflichtigen Einkünfte aus einer Geldanlage in der Schweiz vor Ort zu melden, um dort seiner potentiellen Steuerpflicht nachzukommen. Anschließend sorgt das im Steuerwesen als Welteinkommensprinzip bezeichnete Steuersystem dafür, dass auch in Deutschland ein Anspruch auf Besteuerung durch den Staat entsteht. Diese besondere Inlandsregelung sollte Anleger jedoch nicht prinzipiell abschrecken, eine Geldanlage in der Schweiz als lukrativ zu erachten.
 
Zwar ist für den deutschen Fiskus egal, ob die Schweizer Behörden bereits die Hand aufgehalten haben. Haben diese jedoch bereits eine Besteuerung der Erträge vorgenommen, sorgt ein Doppelbesteuerungsabkommen dafür, dass in der Heimat eine Anrechung der Schweizer Steuern erfolgt. Die Steuern werden somit so oder so in voller Höhe fällig. Jedoch führt eine Nichtmeldung der Einkünfte in der Schweiz UND in Deutschland dafür, dass die Geldanlage in der Schweiz am Ende den Tatbestand der Steuerhinterzierung erfüllt. Mit dem Schwarzgeldtransfer hat die Geldanlage Schweiz also in keinem Fall etwas zu tun.
 
Grund für Investition in der Schweiz

Die Schweiz oder das europäische Ausland allgemein ist vor allem für Datenschutz liebende Bankenkunden schon allein deshalb inzwischen so reizvoll geworden, weil das deutsche Rechtssystem inzwischen in vielen Bereichen (im Zweifelsfalls der Inneren Sicherheit wegen) durchlässiger gemacht wurde. So benötigt der Staat im Verdachtsfall deutlich weniger gute Argumente als früher, um die Konten der Verbraucher einer Überprüfung zu hinterziehen. Datenschützer prangern dies schon seit Jahren an, denn selbst die Banken wissen oftmals nichts von solchen Maßnahmen gegen vermeintlichen Steuerbetrug und andere Vergehen. Ein Weg, um solchen unerwünschten Blicken des Staates zu entgehen, kann die Geldanlage in der Schweiz sein.
 
Bankgeheimnis bei der Schweizer Geldanlage
 
Trotz aller Veränderungen im Schweizer Bankenwesen, einen essentiellen Bestandteil gibt es auch heute noch. Die Banken des Alpenstaates sind bis heute stolz darauf, dass die Daten der Kunden in der Schweiz sicherer als anderswo auf der Welt sind. Dieses spezielle Bankengeheimnis trifft nicht nur auf die Bankenhäuser mit den berühmten Nummernkonten zu. Auch für Geldanlagen bei Schweizer Investmentgesellschaften erhalten die Anleger die Sicherheit, dass keine Informationen zu den eigenen Kundendaten weitergegeben werden. Allerdings sorgt der Verdacht auf einen Steuerbetrug, zu dessen Zweck Daten und Bücher gefälscht werden, für eine Aufhebung des traditionellen Schweizer Bankengeheimnisses. In allen anderen Fällen – selbst beim Versäumnis der Zinsmeldung beim zuständigen Finanzamt – bleibt das Stillschweigen der Banken erhalten. Eine Veränderung hat es denn aber doch in der Schweiz gegeben. Ohne die Angabe persönlicher Daten zur Identifikation können die erwähnten Nummernkonten nicht mehr eröffnet werden. Zu groß ist die Angst der Schweizer Behörden vor Geldwäscheraktivitäten im eigenen Land. Lohnend ist dieses Konto aber sowieso nicht für den Normalinvestor, denn die Kosten für ein Nummerkonto sind happig.

 
Vor- und Nachteile der Geldanlage in der Schweiz
 
Als Nicht-Mitglied der EU scheint die Schweiz vielen unerfahrenen Anlegern noch immer die beste Alternative für Investitionen zum Heimatmarkt. Als europäische Nation orientiert sich auch die Schweiz an der Richtlinie für die Zinsen, die von der EU aufgestellt werden. Überhaupt unterscheiden sich die Zinsversprechungen für die Anleger etwa bei Sparanlagen wie Tagesgeld und Festgeld nur sehr wenig von den Kontomodellen, die in Deutschland um die Gunst der Sparer buhlen. Die Schweizer Banken selbst sind wirtschaftlich mit einer so guten Kapitaldeckung ausgestattet, dass etwa die derzeit in Deutschland boomenden Guthabenzinsen beim Girokonto nicht üblich sind oder sehr überschaubar ausfallen.
 
Mehr als den in Deutschland üblichen Durchschnitts-Zinssatz erhalten auch die Schweizer von ihren Banken nicht. So waren die Verbraucher in der Schweiz selbst froh, dass sich zunehmend ausländische Anbieter mit attraktiven Angeboten auf dem Sparsektor einen Namen machen in der Schweiz. In diesem Bereich ist die Schweiz also nicht unbedingt besser als der deutsche Markt für Geldanlagen. Eher ist die Lage noch schlechter, denn die Gebühren für die Kontoführung und verschiedene Leistung im Rahmen der Geldanlage in der Schweiz fallen häufig im Direktvergleich zu den Angeboten in Deutschland deutlich höher aus.
 
Allerdings – und dies kann im Ernstfall wie der weltweiten Wirtschaftskrise durchaus ein großer Vorteil sein – die Schweizer Währung Franken gilt als eine der sichersten und stabilsten Währungen der Welt. Sie ist vergleichsweise krisensicher, während etwa der Dollar inzwischen einiges von seiner vormaligen Stärke eingebüßt hat. Eine Situation, die Anleger in der Schweiz eigentlich nicht kennen: Den ganzheitlichen oder teilweisen Verlust ihrer Einlagen. Viele Anleger in anderen Ländern wünschten sich einen derartigen Kapitalschutz.
 
Allerdings sieht die Situation für die Geldanlage in der Schweiz bei anderen Anlagemodellen mitunter wesentlich besser aus. So erzielen Sparer vielfach deutlich höhere Renditen, indem ihre Einlagen in so genannte Geldmarktfonds investiert werden.
 
Interessant gestaltet sich auch der Sektor der Wertpapieranlagen in der Schweiz. Anders als in Deutschland müssen die Aktienbesitzer nicht auf die oft lästige Haltedauer achten, bevor sie sich von ihren Aktien trennen können. zumindest gibt es keine vergleichbare Steuer, die auf Kursgewinne entrichtet erhoben wird. Spekulationsgewinne unterliegen in der Schweiz zunächst einmal keiner gesonderten Steuerpflicht.
Traurig, aber wahr: In Deutschland hingegen muss der deutsche Steuerzahler diese Gewinne melden und versteuern. Auch wenn die Schweiz die Gewinne nicht nach Deutschland meldet, die Gefahr eines Verfahrens wegen Steuerhinterziehung wird kaum jemand auf sich laden wollen. Also gibt es auch hier keinen deutlich erkennbaren Vorteil der Geldanlagen in der Schweiz.
 
Die Frage ist vielmehr, ob es bei der Geldanlage in der Schweiz für den Kunden letzten Endes wirklich um lukrative Angebote in Form von Zinserträgen geht. Für viele wird die Antwort eher dahin gehen, dass die hohen Sicherheitsstandards die Entscheidung für ein Konto und für eine Geldanlage in der Schweiz leicht gemacht haben. Sicherheit in zweifacher Form. Zum einen deshalb, weil die Schweiz als extrem sicherer Hafen für Investitionen gilt, auch wenn die Renditen nicht zwingend überzeugend sein müssen. Zum anderen ist vielen Anlegern inzwischen die Sicherheit gegen die Einsichtnahme durch den Fiskus wichtig geworden. Auch diese wird in der Schweiz bei einer Geldanlage grundsätzlich geboten. Sicherheit statt Höchstzinsen, so könnte das Credo der Anleger in diesem Bereich formuliert werden.

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