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Rechtschutzversicherung



Die Rechtschutzversicherung ist keine der Policen, die wie etwa die Kfz-Versicherung obligatorischer Schutz für den Verbraucher sind. Dennoch empfiehlt sich der Abschluss einer entsprechenden Versicherung gewiss nicht ausschließlich für Unternehmer und Selbständige, die auf diese Weise die Kosten für den Ernstfall – also einen Rechtsstreit – idealer Weise in Gänze abgedeckt wissen.
 
Auch für den normalen Verbraucher kann die Rechtschutzversicherung nach Expertenansicht eine sinnvolle Absicherung darstellen. Denn im Leben der meisten Menschen gibt es früher oder später Momente, in denen es zu juristischen Auseinandersetzungen kommt. Die Anlässe können unterschiedlichster Natur sein. Mitunter sind es Rechtsstreitigkeiten mit Behörden, Konzernen oder Schwierigkeiten infolge eines Verkehrsunfalls, die dazu führen, dass der Weg vor Kadi unvermeidbar scheint.
 
Gerade für den Ottonormalverbraucher stellen zu erwartende Prozesskosten schnell ein erhebliches Hindernis dar, dass aus eigener Kraft kaum zu bewältigen ist. Dies kann selbst dann zu einem Problem werden, wenn man selbst 100%ig der Überzeugung ist, im Recht zu sein. Die Situationen, in denen Verbraucher nur wegen des Fehlens einer optimalen Rechtschutzversicherung nicht vor Gericht ziehen können, sind weit weniger selten, als man vielleicht denken mag. Recht und Gerechtigkeit – diese Erkenntnis ist längst ein geflügeltes Wort in alltäglichen Sprachgebrauch und wird hier einmal mehr deutlich – liegen mitunter weit auseinander.
 
Doch die hohen drohenden Kosten durch das Prozessieren können abgesichert werden. Teuer wird es beispielsweise dann, wenn bei einer gerichtlichen Niederlage nicht nur die eigenen und gegnerischen Anwaltskosten übernommen werden müssen, sondern die Prozesse zudem mit langwierigen Zeugenvernehmungen und Gutachterkosten verbunden sind.


Rechtschutzversicherungen im Online-Zeitalter
 
Die Zahl der mit einer Rechtsschutzversicherung ausgestatteten deutschen Haushalte hat in den vergangenen Jahren zum Glück deutlich zugenommen. In allen Bereichen des Versicherungswesens haben die Internetangebote nicht nur für die Verbraucher die Antrags-Formalitäten und –Abläufe wesentlich vereinfacht. Auch für die Anbieter der unterschiedlichen Rechtschutzversicherungen ist die bürokratische Vereinfachung durch das Internet spürbar.
Und zwar in so deutlichem Maße, dass viele Versicherungsgesellschaften bei der Rechtsschutzversicherung ordentliche Rabatte gewähren, wenn die Vertragsmodalitäten über die entsprechenden Internetauftritte abgewickelt werden. Natürlich bleiben auch bei diesen Verträgen die üblichen Rücktrittsfristen für die Versicherungsnehmer gewahrt.
 
Konditionen für die Rechtsschutzpolicen
 
Aktuell wird bereits pro Jahr deutschlandweit weit mehr als 12 Millionen Mal der Weg vor Gericht als die letzte Chance zur Lösung eines juristischen Problems gewählt, die Freude am Prozessieren hat längst auch die Verbraucher erreicht. Inwieweit dieser Ausweg im Einzelfall gerechtfertigt ist, müssen die ohnehin vielerorts überforderten Richter entscheiden. Eine Selektion erfolgt jedoch im Vorfeld bereits durch die Anbieter der Rechtschutzversicherungen.
Denn nicht jede angestrebte Klage wird automatisch von den Versicherungen befürwortet, damit die Kosten übernommen werden. So erfolgen interne Prüfungen bei den Versicherungsgesellschaften, bei denen die Rechtsexperten die Erfolgsaussichten eines bevorstehenden eingehender Prüfung standhalten müssen.
 
Die Tarife der angebotenen Rechtschutzversicherungen auf dem deutschen Markt variieren je nach persönlicher Situation. So gibt es einerseits Kosten-Unterschiede bei Policen, mit denen sich Einzelpersonen oder ganze Familien absichern. Ebenso sind die Kosten dieser so genannten Individualversicherung mitunter wesentlich höher angesiedelt, so die Police als Absicherung für gewerbliche Tätigkeiten gedacht ist. Auch Aufschlüsselungen der Policen für verschiedene Berufsgruppen sind heute branchenübliches Vorgehen.
 
Wichtig ist es für Versicherte zu wissen, dass juristischer Beistand in Form von Rechtsberatung im Vorfeld eines möglichen Prozesses noch nicht in den Deckungsbereich der Rechtschutzversicherung fällt. Die Prüfung eines Rechtschutzfalls ist nicht ausreichend, damit die Kosten übernommen von den Anbietern. Erst dann, wenn dieser Fall eingetreten ist, weil ein Verstoß gegen so genannte Rechtspflichten vorliegt, kommt die jeweilige Versicherungsgesellschaft für Kosten auf. Bis dahin sind die Mandanten selbst in der finanziellen Pflicht.

 
Welche Rechtschutzversicherung ist die richtige?
 
Diese Frage können erneut nur die Versicherten selbst wirklich hinreichend und zufrieden stellend beantworten. Denn durch die Aufstellung der heutigen Rechtschutz-Formate geht der Trend grundsätzlich weg von früheren Gesamtpaketen und hin zu speziellen Modul-Angeboten, bei denen für einzelne Bereiche Versicherungsschutz geboten wird. So wird vielfach unterschieden in die besagten Policen für bestimmte Berufsgruppen (Selbständige, Freiberufler, Arbeitnehmer, Firmen oder Vereine, etc.). Darüber hinaus sind vielfach Verkehrs-Rechtschutzversicherungen inzwischen sehr gefragt. Dies ist schon deshalb nachvollziehbar, weil das Streitpotenzial und der Streitwert bei Verkehrsunfällen oft gravierend sind. Hier gilt es an mögliche Klauseln zu denken, durch die auch das Fahren mit fremden Fahrzeugen im Versicherungsschutz eingeschlossen wird.
 
Angesichts zunehmend steigender Prozesszahlen im Bereich des Miet- und Wohnrechts erklärt sich die Vielzahl an Rechtschutzversicherungen, die für Eigentum und Mietverhältnisse den optimalen Schutz versprechen. Typische Streitfälle sind hierbei die Kündigung auf Eigenbedarf durch den Vermieter, Wohnraumprobleme mit möglicherweise Mietminderung oder Nachbarschaftskonflikte.
 
Im Zuge der Wirtschaftskrise hat sich gezeigt, wie hilfreich eine so genannte Schadenersatz-Rechtsschutzpolice für Anleger sein kann. So etwa für diejenigen Verbraucher, die mit den Zertifikaten der US-Bank Lehman Brothers heftige Verluste miterleben mussten. In diesen Fällen kann diese Police nicht nur bei Verkehrsunfällen oder Schmerzensgeld-Fällen helfen, sondern auch bei Prozessen wegen mangelhafter oder falscher Anlage-Beratung die richtige Vorsorge für den juristischen Ernstfall sein. 
 
Im Grunde gibt es keinen Sektor des Versicherungswesens, der nicht durch eine Rechtschutzversicherung abgesichert werden kann. viele Gesellschaften erlauben den Versicherungsnehmer, verschiedene Bereiche durch die Kombination von Modulen Pakete zusammenzustellen. Studieren sollten die Versicherungsnehmer hierbei in gewohnt ausführlicher Weise die genauen Versicherungsbedingungen der infrage kommenden Anbieter. Hierbei offenbart sich, in welchen Fällen keine Haftung übernommen wird.
 
Höchstgrenzen und Selbstbeteiligungen bei der Rechtschutzversicherung
 
Eine weitere Parallele zu anderen gängigen Versicherungspolicen zeigt sich bei der Rechtschutzversicherung in Form von möglichen Selbstbeteiligungen und vertraglich festzulegenden Höchstgrenzen für die Haftung. Insbesondere im Falle von Obergrenzen für die Policen sollten sich interessierte Verbraucher durchaus beraten lassen. Je nach Einsatzbereich der Police kann nicht nur die Streitsumme erheblich ausfallen. Vor allem unterscheidet sich die durchschnittliche Prozessdauer häufig. Zudem spielt hier der mögliche Bedarf für Policen mit Wirksamkeit für grenzübergreifenden Versicherungsschutz eine wichtige Rolle. Außerhalb des heimischen Geltungsbereichs liegt die Deckungssumme im Rechtsschutzfall deutlich unterhalb der nationalen Höchstsummen.
 
Nachbesserungen können auf den Einzelfall bezogen angemessen sein. Durch die Selbstbeteiligung kann wie immer bei den Policen eine Senkung der Versicherungsprämien erreicht werden. Doch nicht jede Versicherung bietet solche Eigenleistungen im Versicherungsfall. Andere Gesellschaften erlauben individuelle Festlegungen. Doch nicht bei allen Modellen macht dies wirklich Sinn. Hier sind Erfahrungswerte und Vergleiche verschiedener Versicherungsvarianten einmal mehr eine Hilfe, um das Optimum für den eigenen Versicherungsschutz zu erreichen. Denn irgendwann kommt es vielleicht doch dazu, dass die Rechtschutzversicherung gebraucht wird. Und falls nicht – dann bietet sie wenigstens ein Gefühl der rechtlichen Sicherheit. 
 

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