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Mittwoch, den 23. August 2017

Geldmarktfonds

Vor der Investition die Fonds Entwicklung ansehen


Dem Anleger stehen eine Reihe unterschiedlicher Fondstypen zur Verfügung. Sie unterscheiden sich dadurch, in welche Vermögenswerte das Fondsvermögen der Fondsanleger investiert wird. Bei einem Geldmarktfonds fließt das vorhandene Kapital vor allem in Geldmarktpapiere und festverzinsliche Wertpapiere mit kurzer Restlaufzeit. Von einer kurzen Restlaufzeit wird in der Regel gesprochen, wenn der Zeitraum bis zur Fälligkeit nicht mehr als zwölf Monate beträgt.

Bei den Geldmarktfonds handelt es sich um einen vergleichsweise jungen Fondstyp. Der erste Geldmarktfonds kam erst im Jahr 1994 auf den Markt, nachdem das Inkrafttreten des zweiten Finanzmarktförderungsgesetzes den Weg dafür geebnet hat.

Indirekter Zugang zum Geldmarkt

Der Geldmarkt unterscheidet sich vom Kapitalmarkt dadurch, dass hier ausschließlich Finanzierungstitel mit kurzfristiger Laufzeit gehandelt werden. Im Gegensatz zum Kapitalmarkt haben auf den Geldmarkt nur institutionelle Anleger wie z. B. Banken oder Versicherungen Zugriff. Für den privaten Anleger bleibt der Zugang zum Geldmarkt dagegen verschlossen.

Über den Umweg eines Geldmarktfonds können aber auch private Anleger indirekt auf dem Geldmarkt investieren. Dazu müssen die privaten Anleger lediglich Anteile des Geldmarktfonds erwerben. Voraussetzung für den Erwerb der Fondsanteile ist jedoch, dass der Anleger über ein Depot verfügt. Die Fondsgesellschaft wiederum kann als institutioneller Anleger das im Sondervermögen hinterlegte Kapital der Fondsinhaber auf dem Geldmarkt investieren.


Rendite der Geldmarktfonds

Der Kursverlauf der Geldmarkfonds richtet sich nach dem aktuellen Zinsniveau am Geldmarkt. Die Verknüpfung mit dem Zinsniveau des Geldmarkts sorgt auch dafür, dass die Anleger in Niedrigzinsphasen keine allzu hohe Rendite bei den Geldmarktfonds erwarten dürfen. Im Gegensatz dazu werden bei einem steigenden Zinsniveau die Geldmarktfonds für Anleger interessanter, da sie auf eine höhere Rendite hoffen können. Die Entwicklung des Geldmarktzinses wird maßgeblich durch die Geldpolitik der Zentralbank bestimmt.

Geringeres Risiko dank kurzer Laufzeiten

Geldmarktfonds verfügen über ein vergleichsweise geringes Risiko, da vornehmlich in Papiere mit kurzen Restlaufzeiten investiert wird, und sich dadurch die Gefahr von Kursschwankungen deutlich verringert. Deshalb eignen sich Geldmarktfonds einerseits für konservative Anleger, die kein hohes Risiko tragen wollen. Dabei profitiert der Anleger zusätzlich davon, dass durch die zeitgleiche Investition in eine Vielzahl von verschiedenen Wertpapieren, das Risiko gestreut wird.

Vermögen der Fondsinhaber vor Insolvenz geschützt

Auch eine Insolvenz der Fondsgesellschaft muss der Anleger nicht fürchten, da sämtliche Einlagen der Fondsinhaber separat im Sondervermögen der Fondsgesellschaft verwahrt werden. Das Sondervermögen wird unabhängig vom eigenen Vermögen der Fondsgesellschaft bei einer Depotbank, die der Kontrolle der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht untersteht, hinterlegt. Dieses Sondervermögen ist im Falle einer Insolvenz vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt. Die Einlagen der Fondsinhaber bleiben somit auch bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft in vollem Umfang erhalten.

Geldmarktfonds zum kurzfristigen Parken von Kapital

Andererseits sind Geldmarktfonds auch hervorragend für Anleger geeignet, die ihr Geld nur kurzfristig anlegen wollen. Anleger können frei gewordenes Kapital kurzfristig in Geldmarktfonds parken, um es zu einem späteren Zeitpunkt anderweitig zu investieren. Mit dem Erwerb von Anteilen an einem Geldmarktfonds bleibt der Anleger flexibel, da er die Fondsanteile täglich wieder verkaufen kann, ohne dabei Renditeabschläge in Kauf nehmen zu müssen. Somit kann der Anleger praktisch jederzeit über sein eingesetztes Kapital verfügen. Deshalb wird ein Geldmarktfonds auch häufig als Alternative zum Tagesgeld betrachtet.

Ein weiterer Vorteil der Geldmarktfonds besteht zudem darin, dass beim Kauf von Fondsanteilen entweder keine oder nur geringe Ausgabeaufschläge erhoben werden. Dadurch wird verhindert, dass bei einer kurzfristigen Anlage sämtliche Erträge durch den Ausgabeaufschlag aufgezehrt werden.


Kreditrisiko bei Geldmarktfonds

Auch wenn Geldmarktfonds als Anlageform mit geringem Risiko gelten, können sie dennoch nicht die gleiche Sicherheit wie Tages- oder Festgeld bieten. Grundsätzlich besteht auch bei den Geldmarktpapieren, wenn auch in wesentlich geringerem Umfang, ein Kreditrisiko. Das bedeutet, es besteht die Gefahr, dass der Emittent eines Wertpapiers, das sich im Portfolio des Geldmarktfonds befindet, zahlungsunfähig wird und deshalb seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Ein derartiger Ausfall würde sich natürlich negativ auf die Performance (Kursverlauf) des betroffenen Geldmarktfonds auswirken.

Beimischung risikoreicher Vermögenswerte

Zudem gibt es auch eine Reihe von Geldmarktfonds, die sich bei der Zusammenstellung ihres Portfolios nicht ausschließlich auf sichere Geldmarktpapiere konzentrieren. Stattdessen investieren einige Fondsmanager auch im Rahmen der Geldmarktfonds in begrenztem Umfang zusätzlich in risikoreichere Anlageobjekte (z.B. Asset Backed Securities).

Durch die Beimischung dieser risikoreicheren Anlageobjekte erhoffen sich die Fondsmanager, eine höhere Rendite zu erzielen. Im Gegenzug erhöht sich das Risiko für den Anleger jedoch in nicht unerheblichem Umfang. Dies führte gerade in den letzten Jahren dazu, dass einige Geldmarktfonds eine schlechte Performance ablieferten. Teilweise realisierten die Anleger mit den eigentlich als sicher beworbenen Geldmarktfonds sogar Verluste im zweistelligen Prozentbereich.

Fazit

Geldmarktfonds richten sich vor allem an konservative Anleger, die eine Alternative zum Tagesgeld bzw. Festgeld suchen. Sie eignen sich zudem auch für eine kurzfristige Anlage, da der Fondsinhaber jederzeit über durch den Verkauf der Fondsanteile auf das angelegte Geld zugreifen kann. Allerdings konnten in den vergangenen Jahren einige Geldmarktfonds in der Praxis nicht das halten, was sie zunächst versprochen haben. Deshalb sollte der Anleger, bevor er sich für einen Geldmarktfonds entscheidet, zunächst die bisherige Entwicklung des Fonds prüfen. Für langfristige Anlagen bieten sich auch Rentenfonds als Alternative an, da diese in der Regel ebenfalls nur ein vergleichsweise geringes Risiko beinhalten, aber häufig noch bessere Renditechancen versprechen.


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