Fondssparen
Modernes Sparen mit KöpfchenDer Begriff der Fonds hat sich vielen Verbrauchern in den vergangenen Monaten wohl unvergesslich eingebrannt. Immer wieder berichteten die Medien über die erheblichen Verluste vieler Anleger, die sich für diesen Ansatz entschieden. Dass es sich bei diesen gravierenden Verlusten vor allem um die Ergebnisse der so genannten geschlossenen Fonds handelte, wurde der guten Schlagzeilen wegen vielfach unterschlagen.
Denn für viele Experten ist das Fondssparen auch jetzt noch die Alternative zur Altersvorsorge, bei der die Erträge für die Sparer erfreulich hoch ausfallen. Wie bei etlichen Modellen funktioniert auch das Fondssparen am besten nach der Devise „der frühe Vogel fängt den Wurm“. Ein möglichst früher Beginn des Sparvorgangs macht berechtigt Hoffnung auf hohe Kapitalerträge.
Hintergrund des Fondsspar-Modells
Mit dem Begriff Fondssparen bezeichnet Investmentexperten einen Vorgang, bei dem Anleger in regelmäßigen Abständen Anteile an verschiedenen Fonds erstehen. Dieser Erwerbsprozess erfolgt meist in monatlichen oder quartalsmäßigen Abständen. Wie hoch die Zahl der erstandenen Anteile ausfällt, kann abhängig vom Kaufpreis zu verschiedenen Zeiten variieren. Als Fondsspar-Summen sind meist Beträge ab 25 Euro vorgesehen, höhere Investitionen legen die Nutzer ihren eigenen Vorstellungen einer sinnvollen Altersvorsorge entsprechend fest. Doch schon mit der Einzahlung der Mindesteinlagen können am Kapitalmarkt sehenswerte Profite erzielt werden. Denn gerade durch die geringen Beiträge können Verbraucher schon früh beim Fondssparen aktiv Vorsorge betreiben, denn selbst für junge Arbeitnehmer oder Auszubildende sind derartige Summen meist keine zu hohe finanzielle Belastung.
Cost-Average-Effekt: Fondssparen mit Mittelwert
Der hervorstechende Vorteil beim Fondssparen liegt in der langen Zeitspanne, über die Wertpapiere eingekauft werden. Schwanken bei den Aktienkursen können so über lange Laufzeiten wieder ausgeglichen werden, Verluste können sich in Gewinne verwandeln. Dies ist wohl auch der große Unterschied zu den Fondsmodellen, bei denen von den Anlegern hohe Einmalleistungen erwartet werden. Wer in einem solchen Fall zur falschen Zeit am falschen Ort ist, muss vielfach mit den Verlusten leben. Nicht so beim Fondssparen. Bei dieser Geldanlage profitieren die Verbraucher vom so genannten Cost-Average-Effekt. Dieser wird durch die langfristige Ausrichtung erzielt. Hierbei kommt den Anlegern über den gesamten Zeitraum ihrer regelmäßigen Investitionen der Zinseszins zugute. Zum besseren Verständnis muss folgendes erwähnt werden: Die erzielten Renditen beim Fondssparen werden erneut in Fondsanteile investiert. Somit wächst das angesparte Vermögen der Nutzer nicht nur durch die monatlichen/vierteljährlichen Neueinlagen, sondern regelrecht endogen – also aus sich selbst heraus, ohne das weiteres Zutun vom Fondssparer nötig ist. Dieses Sparvorgehen löst eine Spirale aus, die eben zum Zinseszinseffekt führt, der sich vor allem bei langen Laufzeiten erheblich positiv auf die Erträge und das Sparvolumen auswirkt.
Viel wichtiger noch für die Sparer ist jedoch der besagte Effekt, der zu einer Nivellierung der verschiedenen getätigten Kaufprozesse führt. Die Langfristigkeit führt im Investmentfonds zu einem durchschnittlichen Kurs für die erworbenen Anteile. Sind die Kurse im Keller, erhalten die Fondssparer für ihre Einlagen ein größeres Volumen an Anteilen, stehen die Kurse auf einem hohen Niveau, fällt die Menge der Anteile eher gering aus.
Flexibles Fondssparen wird allen Anlegern gerecht
Wie bereits erwähnt, ist Fondssparen schon in jungen Jahren eine der besten Möglichkeiten für den Vorgang, den der Finanzberater als Vermögensaufbau nennt. Die Beitragshöhen können anfangs niedrig festgelegt werden und sich vielleicht im Laufe der Jahre steigern. Doch spontane Korrekturen der Einzahlungstermine und der Summen können beim Fondssparen vom Kunden immer wieder vorgenommen werden, wenn sich die persönliche finanzielle Lage (unerwartet) verändert.
Flexibilität ist auch bei den Investitionen in die Fonds selbst garantiert. Denn in welche Fondsmodelle für den jeweiligen Fondssparer investiert wird, entscheidet in erster Linie die Risikobereitschaft der Sparer. So bietet der Kapitalmarkt bekanntlich weniger riskante Fonds mit eher durchschnittlichen Renditen, ebenso besteht die Möglichkeit, mit etwas Mut in riskanteren Modellen deutlich höhere Gewinne zu realisieren. Stellvertretend für die Vielzahl der unterschiedlichen Fondsmodelle seien hier nur Rentenfonds, Immobilienfonds und die eingangs erwähnten Aktienfonds genannt. Vorteilhafte Entscheidungshilfe für die Anleger mit Interesse am Fondssparen sind zudem die jederzeitigen Möglichkeiten zur Kündigung. Denn manchmal ist die Anpassung der Beiträge nicht ausreichend, wenn zum Beispiel aufgrund einer Arbeitslosigkeit plötzlich die Mittel knapp werden.
Wichtige Aspekte beim Fondssparen beachten
Durchgeführt wird das Fondssparen immer öfter mit der Hilfe von Fondsvermittlern. Der Vorteil dieser Anbieter ist die Tatsache, dass diese sich Rabatte der Fondsanbieter zu Nutze machen, von denen wiederum die Anleger beim Fondssparen profitieren. Beispielsweise indem sie bei Fondsvermittlern nicht wie bei vielen Bankhäusern Aufschläge auf die Ausgabe entrichten müssen. Auf diese und ähnliche Nebenkosten sollten die Anleger grundsätzlich achten. Denn wer hohe Depotkosten zu tragen hat oder für die Eröffnung eines Depots zum Fondssparen ordentlich zur Kasse gebeten wird, hat weniger von der eigenen Rendite. Allerdings – auch dieser Punkt muss erwähnt werden - verzichten die Banken normalerweise bei Fondsvermittlern übliche jährliche Gebühr. Vor- und Nachteile ergeben sich meist aus den eigenen Investitionswünschen.
Für wen Fondssparen nicht unbedingt geeignet ist
Das Modell des Fondssparens lässt eines rasch erkennen: Anleger, die sich nicht mit der Materie befassen wollen, sollten vermutlich eher die Finger von diesem Modell lassen und auf Produkte setzen, bei denen weniger Selbstverantwortung gefragt ist. Beim Fondssparen müssen die Anleger selbst über die gewünschten Fonds entscheiden, in die investiert werden soll. Ein wenig Hintergrundverständnis und Beschäftigung mit den Entwicklungen des Marktes ist somit unerlässlich. Es sei denn, man kann es verschmerzen, dank einer Fehleinschätzung einige Hundert Euro zu verlieren. Da dies bei den wenigstens Sparern der Fall ist, ist ein Mindestmaß an Interesse Grundvoraussetzung für den Start des Fondssparens. Gute Nerven sollten Fondssparer zudem an den Tag legen. Denn auch, wenn man um den Cost-Average-Effekt weiß, kann bei gravierenden Kurseinbrüchen das Verlangen zum Ausstieg aus dem Sparplan aufkeimen. Diesem gilt es zu widerstehen, um auf lange Sicht mitzuerleben, wie die Schwankungen Verluste nach und nach wieder ausgleichen. Im Idealfall. Denn ganz ohne Risiko geht es am Kapitalmarkt eben nicht.
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