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Mittwoch, den 23. August 2017

Aktienanleihen

Schöner Name mit Risiken


Für sicherheitsorientierte Anleger klingt der Name Aktienanleihen nach einem gelungenen Kompromiss zwischen risikoreicheren Aktien und sicheren Anleihen. Doch ganz so einfach ist es nicht bei diesem Finanzprodukt, denn nicht bei allen möglichen Börsenverläufen lohnen sich die Aktienanleihen, die auf Englisch auch als Reverse Convertible Bonds beziehungsweise als Equity Linked Bonds bezeichnet werden.
 
Aktienanleihen – Nominalwert oder Aktien
 
Die Verzinsung bei einer Aktienanleihe ist vergleichsweise hoch, durchschnittlich liegt sie oberhalb von 10 % und kann auch schon mal um die 20 % und mehr liegen. Klingt natürlich gut, doch diese hohe Verzinsung geht mit einem weiteren Merkmal einher. So kann der Herausgeber der Aktienanleihe, hierbei handelt es sich um Finanzinstitute wie Banken, am Ende der Laufzeit selbstständig entscheiden, ob das angelegte Geld in Form von Aktien in einer zu Beginn vereinbarten Anzahl oder als Nominalwert, sprich als Barwert wieder ausgezahlt wird.
 
Aktienanleihen sind anpassungsfähig, besonders für die Banken
 
Bei dem letztgenannten Punkt lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Der Emittent wird am Ende der Laufzeit natürlich immer den Nominalwert des Anlagevermögens wieder auszahlen, wenn die Aktien soweit gestiegen sind, dass die vereinbarte Anzahl an Aktien diesen Wert übersteigt. Andersherum wird die Bank - leicht nachvollziehbar - bei einem gefallenen Aktienwert zur Variante der Aktienauszahlung greifen, denn dann muss sie weniger als den Nominalwert, also weniger als man angelegt hat, wieder auszahlen. Man sieht, die Aktienanleihe ist für Banken ein ziemlich geschicktes Finanzprodukt, da es flexibel eingesetzt werden kann.

 
Beispiel für Aktienanleihen
 
An einem kurzen Beispiel lässt sich die Funktionsweise der Aktienanleihe nochmals verdeutlichen. Hypothetisch legt ein Anleger 10 000 Euro in eine Aktienanleihe an, die Firma A als Basiswert besitzt. Dafür erhält er pro Jahr eine Verzinsung von 15 %. Diese Zinszahlungen sind für den Anleger garantiert, es sei denn der Herausgeber der Anleihe, die Bank, erleidet einen wirtschaftlichen Totalschaden. Dies ist ein wichtiger Unterschied zur normalen Unternehmensanleihe, bei der man seine Anlagen verliert, wenn das Unternehmen in die Pleite geht. Nun wird neben der Verzinsung festgelegt, dass die 10 000 Euro am Laufzeitende entweder wie erwähnt durch die Bezahlung des angelegten Nominalbetrages oder durch eine bestimmte Anzahl an Aktien getilgt werden. Nehmen wir an der Kurs der Firma A liegt bei 100 Euro am Beginn der Laufzeit, dann wird die Anzahl von 100 Aktien vereinbart. Fällt nun der Kurs der Firma am Ende Anleihenlaufzeit auf 90 Euro, dann erhält man mit Sicherheit von der Bank die Aktien zurück und muss sich mit 9000 Euro begnügen. Allerdings hat man dafür aber die hohen Zinsen auf den Kupon der Aktienanleihe eingestrichen.
 
Aktienanleihen partizipieren nicht an erfolgreichen Aktienverläufen
 
Um bei dem oben erwähnten Beispiel zu bleiben, lohnt es sich auch das Szenario eines sehr guten Kursverlaufs der Aktie der Firma A zu betrachten. Steigt der Kurs auf 150 Euro, wird die Bank natürlich nur den Nominalwert von 10 000 Euro auszahlen. Als Anleger profitiert man somit nicht von steigenden Kursen. Deshalb kann man zusammenfassen, dass sich Aktienanleihen eigentlich nur bei seitwärts verlaufenden oder moderat steigenden Kursen rentieren. Dann verschenkt man nicht eventuelle Kursgewinne, verliert aber parallel auch nicht durch die Andienung von gefallenen Aktien und streicht zudem die hohe Basisverzinsung ein. Nur bei dieser Börsenentwicklung lohnt sich das Investment in Aktienanleihen. Man sieht also, dass der Anleger bei einer Aktienanleihe das Aktienrisiko nach unten voll in Kauf nehmen muss, gleichzeitig aber die Kursgewinne nach oben begrenzt sind.
 
Weitere Arten von Aktienanleihen
 
Neben der klassischen Form der Aktienanleihe, die auf einem einzelnen Basiswert notiert ist, lassen sich mittlerweile noch andere Aktienanleihen auf dem Markt vorfinden:
 
1. Indexanleihe: Hierbei basiert die Aktienanleihe nicht auf einem Unternehmen sondern auf einem Index, beispielsweise auf den deutschen Leitindex DAX.

2. Aktienanleihe Protect: Bei dieser Aktienanleihe erhält man neben der Verzinsung eine Art „Sicherheitspuffer“ für die Auszahlung der Anlagegelder am Ende der Laufzeit. Dieser Puffer wird prozentual angegeben und kann sich stark unterscheiden. Beispielsweise wird vereinbart, dass eine Aktienanleihe bis zu einem Kursverlust von 30 % immer noch garantiert als Nominalwert ausgezahlt wird. Erst wenn der Wert mehr als 30 % verliert, dient die Bank die Aktien an und für den Anleger entsteht ein Anlageminus.
 
3. Multiaktienanleihe: Diese Aktienanleihen basieren nicht nur auf einem sondern auf mehreren Unternehmen bzw. Basiswerten.

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