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Donnerstag, den 07. Mai 2015

Sparer haben kein Vertrauen mehr in Anlageberater

23.08.2011 - Sparer haben kein Vertrauen mehr in Anlageberater


Sparer haben kein Vertrauen mehr in Anlageberater

Horrormeldungen über Anleger, die alles verloren haben, weil sie auf die Tipps ihres Finanzberaters gehört haben, geistern regelmäßig durch die Medien. Die Angst, selbst einmal zu den Opfern zu gehören, bleibt nicht ohne Folgen und wirkt sich massiv auf die gesamte Branche aus. Sparer machen inzwischen einen großen Bogen um Anlageberater. Das Misstrauen sitzt zu tief, als dass selbst perfekt auf die persönliche Finanzlage abgestimmte Empfehlungen angenommen würden. Stattdessen wurschteln viele Kunden selbst herum und verzichten damit möglicherweise auf eine bessere Rendite.
Feldstudie mit 8.000 Teilnehmern
Wie sehr sich die Bundesbürger scheuen, auf den Rat der Bank oder des Beraters zu hören, zeigt ein Feldversuch der Universität Frankfurt. 8.000 Kunden eines Online-Brokers wurde angeboten, sich kostenlos und nicht provisionsgetrieben beraten zu lassen. Empfohlen wurden dabei vor allem internationale und Index-Fonds . Einzelaktien rückten ein wenig in den Hintergrund und Anleihen wurden ganz ausgeschlossen. Nur fünf Prozent der Studienteilnehmer meldeten sich überhaupt und nahmen die Anlageberatung in Anspruch. Davon setzten nur 50 Prozent die Tipps um – und das auch nur teilweise. Gelohnt hätte es sich, zumal die Rendite der meisten Anleger im vergangenen Jahr sechs Prozent unter dem Marktdurchschnitt lag.
Anleger machen viele Fehler
Das Problem sei, so der Finanzwissenschaftler Professor Andreas Hackethal, dass die Qualität der Beratung nicht zu erkennen ist. „Deswegen sagt der Kunde, das ist wahrscheinlich eine Beratung wie alle anderen auch, und bleibt lieber bei seinen Fehlern“, so der Experte gegenüber der „Welt“. Wichtig seien daher etwas mehr Selbstkritik aufseiten der Verbraucher und eine bessere Vermittlung von Finanzwissen. Fehler, die immer wieder gemacht würden, sind aus Sicht des Wissenschaftlers die Konzentration auf den Heimatmarkt und einzelne Aktien . Zudem handelten viele Privatanleger zu hektisch.
Kritik an Beratern
Kritik müssen sich auch die Anlageberater gefallen lassen. Statt die Fehler der Kunden zu korrigieren, würden sie weiter hohe Kosten produzieren. Ein Problem, dass Professor Hackethal sieht und von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) in Angriff genommen wird, ist die Tatsache, dass sich nahezu jeder Anlageberater nennen und komplexe Finanzprodukte an den Mann und die Frau bringen darf. Eine Option wäre die Honorarberatung. Doch auch hier sieht der Experte Schwächen. „Es gibt nicht das optimale Vergütungsmodell“, betont er. Es komme vielmehr auf das Vertrauen des Kunden an, auch wirklich Qualität zu erhalten.

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